Protagonisten

Reinhard Schrutzki – 1956 in Hamburg geboren, machte eine Ausbildung zum Elektromechaniker. 1980 kaufte er sich mit dem Sinclair ZX81 seinen ersten Computer. Fünf Jahre später gehörte er in den Kreis des Chaos Computer Clubs. Parallel dazu ergriff er den Beruf eines Beamten im posttechnischen Dienst. Seine „15 minutes of fame“ hatte Schrutzki in Medienauftritten rund um den „NASA-Hack“. (Von 1987 bis Mitte 1988 drangen deutsche Hacker in die Systeme der amerikanischen Raumfahrtbehörde ein.) Der Hack führte zu Verwerfungen innerhalb des Clubs, woraufhin er sein Amt als Vorstandsmitglied des CCC niederlegte. Beim Soft- und Hardware-Unternehmen Steinberg Media Technologies heuerte er ab Mitte der 90er als Produktionshelfer an, 2004 verließ er das Unternehmen als Technischer Leiter und Systemoperator. Schließlich wechselte er zur SEND Off-Shore Electronics GmbH, wo u.a. Sensorentechnik zur Tsunamifrühwarnerkennung hergestellt wird. Sehr früh entdeckte Reinhard Schrutzki den Computer als Leinwand für digitale Malerei. Eine Auswahl seiner „Miniaturen“ sind auf seiner Homepage www.schrutzki.net zu sehen .

Steffen WernéryDie 80er hindurch verkörperter er gemeinsam mit Wau Holland den Chaos Computer Club. In seiner Hamburger Wohnung bewahrt der Autodidakt noch heute Relikte aus den Anfangsjahren auf, bspw. den 1982 gekauften ersten Rechner nebst Akustikkoppler. Das erste Mal Schlagzeilen machte er mit dem als Btx- oder Haspa-Hack berühmten gewordenen „Bankraub“. Als Sprecher des Chaos Computer Clubs verlieh er den chaotischen Hackern eine Vereinsstruktur. Mit seiner Verhaftung am Pariser Flughafen 1988 sorgte er erneut für Wirbel. Die französische Wirtschaftspolizei und das deutsche BKA verdächtigten ihn der Spionage und behielten ihn 66 Tage in Untersuchungshaft. Später arbeitete er für Beate Uhse und begleitete das akustische Cyberspace-Projekt „Erotik-Insel“. Ab Mitte der 90er trat er als Gutachter in die Dienste der Telekom, um sittenwidrigen Telefonsex aufzuspüren. In dieser Zeit entdeckte er bei einem Hackerkongress in New York seine Leidenschaft fürs Schlösserknacken. 1997 gründete er mit dem Sportclub für Sperrtechnik den ersten deutschen Lockpicking-Verein, dessen Präsident er heute ist.

Marko Rogge – der Mittdreißiger ist von der Technik noch heute so fasziniert wie damals als alles anfing. Mit 12 bekam er seinen ersten IBM-PC. Ein Jahr später den C64, danach einen Atari 500. Der in der Nähe von Darmstadt lebende Rogge arbeitet als IT-Security Consultant, Blogger und Autor bei der Fachzeitschrift HACKIN9. Sein Arbeitstag beginnt um 7.00 Uhr morgens. Er hat es zum Beruf gemacht, Hackerangriffe auf Unternehmen zu simulieren und die Sicherheitsbedürfnisse seiner Auftraggeber entsprechend anzupassen. Bewusst entschieden Hacker zu werden, hat er sich wie er sagt nie, er wurde es einfach, traf die richtigen Leute, rutschte in einen Kreis von Freaks. Vor einigen Jahren hätte ihn sein Hackerdasein beinahe ins Gefängnis gebracht. Er wurde der Computersabotage verdächtigt, nachdem er ohne offiziellen Auftrag eine schwerwiegende Sicherheitslücke im System eines Unternehmens fand und die Betreiber davon in Kenntnis setzte. Nach dem richterlichen Freispruch kam er mit dem Schrecken davon. Heute zieht er die Lehre daraus, keinen Internetbenutzer mehr ungefragt zu warnen, dessen System offen für Eindringlinge ist.

Paul Zieglernennt sich selbst „White-Hat-Hacker“, also einen Hacker, der einer legalen Motivation folgt, wenn er Sicherheitsvorkehrungen umgeht, um auf geschützte Systeme zuzugreifen. 2007 hat sich der damals 19 Jährige einen Traum erfüllt, indem er nach Nakano-Ku, einem Stadtteil von Tokyo gezogen ist. Seitdem schlägt er sich in Japan als Programmierer und Penetrationstester durch. Aufmerksamkeit erzeugte er 2006 mit der Veröffentlichung seiner Malware AKIKAZE. Ziegler hatte es geschafft, einen Wurm zu kreieren, der sich auf mehreren Betriebssystemen verbreiten kann. Daraufhin wurde er auf die DEF CON nach Las Vegas (Nevada) eingeladen, der weltweit größten Hackerveranstaltung, um dort seine Erfindung zu präsentieren. Den ungefährlichen Code stellte er auf seiner Homepage frei zur Verfügung. Paul  Ziegler glaubt, dass er vom amerikanischen Geheimdienst (NSA) überwacht wurde/wird. Doch er sieht es gelassen: „Klingt vielleicht paranoid, aber eine gesunde Paranoia halte ich für durchaus realitätstüchtig. Es hat ja auch was Beruhigendes, wenn man sich nachts an den Rechner setzt, Daten in den Äther bläst und weiß, da ist irgendjemand der hört mir zu…“

Marcell DietlDer junge Programmierer versucht seit einiger Zeit, den „Viren-Untergrund“ ins „rechte Licht“ zu rücken. Als einer der wenigen aus der kleinen VX-Szene (Virus Coding) ist er aus dem Schatten der Anonymität herausgetreten. 2008 wurde er als Redner auf dem Chaos Communication Congress in Berlin zugelassen und hat vor mehreren hundert Zuhörern die Motive und Struktur der VX-Szene vorgestellt. Später distanzierte sich der Club von Dietls Vortrag. Er wurde danach nicht wieder als Redner eingeladen. Nach einem mehrmonatigen Praktikum in der Sicherheitsabteilung beim Daimler-Konzern hat er 2009 das Studium der Informatik an der Fachhochschule in Wiesbaden aufgenommen. Seine politischen Ambitionen führten ihn jüngst zur Piratenpartei, wo er auf viele Gleichgesinnte aus der Netzwelt trifft.

Reinhard Schrutzki – der Technikenthusiast hat seine Begeisterung für Computer nie verloren. 1956 in Hamburg geboren, machte er eine Ausbildung zum Elektrotechniker. 1980 kaufte er sich mit dem Sinclair ZX81 seinen ersten Computer. Schnell kam er mit dem Chaos Computer Club in Kontakt, aus dem er einige Jahre später wegen Streitigkeiten rund um den „NASA-Hack“ wieder austrat. Nach weniger geglückten Versuchen der Selbständigkeit, arbeitete er bis 2010 als Ingenieur für Sensorentechnik (z.B. Tsunami-Frühwarnsysteme) im Unternehmen des Chaos Computer Club-Gründers Klaus Schleisik an. Reinhard Schrutzki liest noch immer Sience-Fiction-Romane und übt sich in digitaler Malerei.

Steffen Wernéry – Die 80er hindurch verkörperter er gemeinsam mit Wau Holland den Chaos Computer Club. In seiner Hamburger Wohnung bewahrt der Autodidakt noch heute Relikte aus den Anfangsjahren auf, bspw. den 1982 gekauften ersten Rechner nebst Akustikkoppler. Das erste Mal Schlagzeilen machte er mit dem als Btx- oder Haspa-Hack berühmten gewordenen „Bankraub“. Als Sprecher des Chaos Computer Clubs verlieh er den chaotischen Hackern eine Vereinsstruktur. Mit seiner Verhaftung am Pariser Flughafen 1988 sorgte er erneut für Wirbel. Die französische Wirtschaftspolizei und das deutsche BKA verdächtigten ihn der Spionage und behielten ihn 66 Tage in Untersuchungshaft. Später arbeitete er für Beate Uhse und begleitete das akustische Cyberspace-Projekt „Erotik-Insel“. Ab Mitte der 90er trat er als Gutachter in die Dienste der einst bekämpften Telekom, um sittenwidrigen Telefonsex aufzuspüren. In dieser Zeit entdeckte er bei einem Hackerkongress in New York seine Leidenschaft fürs Schlösserknacken. 1997 gründete er mit dem Sportclub für Sperrtechnik den ersten deutschen Lockpicking-Verein, dessen Präsident er heute ist.

Marko Rogge – der Mittdreißiger ist von der Technik noch heute so fasziniert wie damals als alles anfing. Mit 12 bekam er seinen ersten IBM-PC. Ein Jahr später den C64, danach der Atari 500. Der in der Nähe von Darmstadt lebende Rogge arbeitet als IT-Security Consultant, Blogger und Autor bei der Fachzeitschrift HACKIN9. Sein Arbeitstag beginnt um 7.00 Uhr morgens. Er hat es zum Beruf gemacht, Hackerangriffe auf Unternehmen zu simulieren und die Sicherheitsbedürfnisse seiner Auftraggeber entsprechend anzupassen. Bewusst entschieden Hacker zu werden, hat er sich wie er sagt nie, er wurde es einfach, traf die richtigen Leute, rutschte in einen Kreis von Freaks. Vor einigen Jahren hätte ihn sein Hackerdasein beinahe ins Gefängnis gebracht. Er wurde der Computersabotage verdächtigt, nachdem er ohne offiziellen Auftrag ein Unternehmen darüber informierte, dass es eine schwerwiegende Sicherheitslücke in dessen System gibt. Nach dem richterlichen Freispruch kam er mit dem Schrecken davon. Heute zieht er die Lehre daraus, keinen Internetbenutzer mehr ungefragt zu warnen, dessen System offen für Eindringlinge ist.

Paul Ziegler – nennt sich selbst „White-Hat“, also einen Hacker, der einer legalen Motivation folgt, wenn er Sicherheitsvorkehrungen umgeht, um auf geschützte Systeme zuzugreifen. 2007 hat sich der damals 19 Jährige einen Traum erfüllt, indem er nach Nakano-Ku, einem Stadtteil von Tokyo gezogen ist. Seitdem schlägt er sich in Japan als Hacker, Programmierer und Penetrationstester durch. Aufmerksamkeit erzeugte er 2006 mit der Veröffentlichung seiner Malware AKIKAZE. Paul hatte es geschafft, einen Wurm zu kreieren, der sich auf mehreren Betriebssystemen verbreiten kann. Daraufhin wurde er auf die DEF CON nach Las Vegas (Nevada) eingeladen, der weltweit größten Hackerveranstaltung, um dort seine Erfindung zu präsentieren. Den ungefährlichen Code stellte er auf seiner Homepage frei zur Verfügung. Paul glaubt, dass er vom amerikanischen Geheimdienst (NSA) überwacht wurde/wird. Er sieht es gelassen: „Klingt vielleicht paranoid, aber eine gesunde Paranoia halte ich für durchaus realitätstüchtig. Es hat ja auch was Beruhigendes, wenn man sich nachts an den Rechner setzt, Daten in den Äther bläst und weiß, da ist irgendjemand der hört mir zu…“

Marcell Dietl – Der junge Programmierer versucht seit einiger Zeit, den „Viren-Untergrund“ ins „rechte Licht“ zu rücken. Als einer der wenigen aus der kleinen VX-Szene (Virus Coding) ist er aus dem Schatten der Anonymität herausgetreten. 2008 wurde er als Redner auf dem Chaos Communication Congress in Berlin zugelassen und hat vor mehreren Hundert Zuhörern die Motive und Struktur der VX-Szene vorgestellt. Später distanzierte sich der Club von Dietls Vortrag, er wurde danach nicht wieder als Redner eingeladen. Nach einem mehrmonatigen Praktikum in der Sicherheitsabteilung bei Daimler hat er 2009 das Studium der Informatik an der Fachhochschule in Wiesbaden aufgenommen. Seine politischen Ambitionen führten ihn jüngst zur Piratenpartei, wo er auf viele Gleichgesinnte aus der Netzwelt trifft.